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Die Mesters räumen doppelt ab |
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Sportler und Sportlerin des Jahres kommen aus einer Familie / 600 Besucher bei Gala
Von Marc Zahlmann
Coesfeld. Beim runden Geburtstag mit neuem Schwung in die Zukunft: Der Sportmedienpreis des Kreises Coesfeld feierte mit der großen Sportgala gestern Abend im Konzert Theater Coesfeld seine zehnte Auflage und wartete dabei mit einigen Neuerungen auf. Die bewährten Inhalte der Aktion blieben indes unverändert: Über 600 Gäste im voll besetzten Saal, der Besuch von Fußball-Star Birgit Prinz und ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm bildeten den würdigen Rahmen für die Ehrung der herausragenden Sportler des Jahres 2009.
Eine Familie durfte sich besonders freuen, denn sie räumte bei der Titelvergabe gleich doppelt ab: Fußballerin Lynn Mester aus Osterwick und Leichtathlet Mathias Mester aus Coesfeld standen diesmal ganz oben auf dem Treppchen, nachdem sie im vergangenen Jahr beide auf Platz drei gelandet waren. Während die 17-jährige Kickerin, die für Bayer Leverkusen spielt, zum ersten Mal den Titel gewann, schaffte ihr Cousin Mathias bereits zum zweiten Mal nach 2007 den Sprung an die Spitze. Zur Mannschaft des Jahres gekürt wurden die Volleyball-B-Juniorinnen des SC Union 08 Lüdinghausen. Alle Sieger und Platzierten erhielten ihre Urkunden aus den Händen von Stargast Birgit Prinz. Außerdem gratulierten Wolfgang Rungenhagen vom Kreissportbund, Heinrich-Georg Krumme als Vorstandsvorsitzender des Sponsors Sparkasse Westmünsterland, Landrat Konrad Püning sowie Dr. Norbert Tiemann, Chefredakteur unserer Zeitung.
An der Abstimmung über die Vergabe der Preise hatten sich rund 4200 Sportfans beteiligt. Die Entscheidung lag jedoch erstmals nicht mehr allein bei ihnen, sondern zu 50 % auch bei einer Fachjury.
Insgesamt stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des Fußballs: Dafür sorgte neben Stargast Birgit Prinz und den bevorstehenden Weltmeisterschaften auch der Auftritt von Fußball-Akrobat Alfred Reindl, der das Publikum mit seinen Tricks begeisterte. Gleiches gelang auch den Tanzgarden der Karnevalsgesellschaft „Die-la-Hei“. Nicht zuletzt setzten die Turner der SG Coesfeld 06 einen weiteren sportlichen Akzent.
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Steffi Nerius putzt „Matzes“ Zimmer |
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Sportler des Jahres gewinnt Wette / Prominente Gratulanten bei der großen Gala in Coesfeld
Von Detlef Scherle
Sportler plaudern aus dem Nähkästchen: Bei der großen Sportmedienpreis-Gala am Freitagabend im Konzert Theater in Coesfeld kommt das gleich mehrfach vor. So verrät Mathias Mester, der zuvor als Sportler des Jahres im Kreis Coesfeld geehrt wurde, dass er seine Top-Leistungen, insbesondere als Weltrekordhalter beim Speerwurf, wohl auch einigen ungewöhnlichen Tricks seiner Trainerin Steffi Nerius verdankt. „Sie hat im Vorfeld der WM mit mir gewettet, dass sie eine Woche lang meine Bude aufräumt, wenn ich die Kugel über 12 Meter stoße oder den Speer über 40 Meter weit werfe“, erzählt „Matze“. Beim Speerwurf hat es schließlich geklappt – und jetzt muss Olympionikin Nerius tatsächlich putzen. Wann, das steht noch nicht fest. Aber dem Coesfelder ist schon klar, dass das sicherlich nach einer Party passieren wird: „Damit sich das auch lohnt.“ Der Behindertensportler hofft aber jetzt erstmal auf etwas anderes: seine Übernahme bei den Bayer-Werken. Dort absolviert er nämlich gerade neben dem Sport eine kaufmännische Ausbildung.
Ob die Karriere von U-17-Fußballnationalspielerin Lynn Mester aus Osterwick, die bei der Sportler-Wahl bei den Frauen die Nase vorn hatte, 2011 – bei der WM im eigenen Land – einen weiteren Höhenflug erlebt, bleibt noch offen. „Ich bin noch so jung, ich hab noch so viel Zeit“, zeigt sie sich im Interview geduldig. Sie verrät dem Moderatoren-Duo Marc Zahlmann und Frank Mühlenbrock, dass sie zunächst lange in Jungen-Mannschaften mitgespielt hat, bevor sie zum Frauen-Fußball kam. „Die Technik ist bei den Frauen viel besser“, machte sie Unterschiede aus.
Alle Erstplatzierten bei der Sportlerwahl, die erstmals das Zuschauer-Voting mit einem Jury-Votum verband, zeigen sich begeistert von dem Erfolg. „Das ist eine sehr große Belohnung für uns“, freut sich ein Mitglied der bei den Mannschaften siegreichen Volleyball-B-Juniorinnen der SC Union 08 Lüdinghausen.
Neben der deutschen Frauenfußball-Legende Birgit Prinz ist viel heimische Prominenz zum Gratulieren erschienen. Kreissportbund-Vorsitzender Wolfgang Rungenhagen lobt die gute Arbeit in den Vereinen. Alle Preisträger seien Eigengewächse aus dem Kreis Coesfeld, hebt er stolz hervor. Thema sind natürlich auch die bevorstehenden Sport-Großereignisse. Zum Beispiel Olympia: „Vancouver wird eine große Attraktivität ausstrahlen“, ist sich Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme sicher. Als passionierter Radsportler freut er sich aber auch auf den Sparkassen-Münsterland-Giro.
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„Nur Fußballspielen ist mir zu langweilig“ |
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Nationalspielerin Birgit Prinz will ihre Karriere nach der WM 2011 „ausklingen lassen“ / Studium der Psychologie kurz vor dem Abschluss
In der Pause bildet sich im Foyer eine Riesenmenschentraube um Stargast Birgit Prinz. „Schreiben Sie bitte: ,für Chiara‘ drauf? Das ist für meine Schwester.“ Prinz lächelt. „Klar.“ Geduldig schreibt sie ihren Namenszug auf zahlreiche Autogrammkarten und ihr hingehaltene Programme. Auch Landrat Konrad Püning stellt sich an: „Für meine Enkeltöchter.“ So locker wie beim Autogrammschreiben ist die zweifache Weltmeisterin auch im Interview auf der Bühne – und nicht zuletzt bei einer spontanen Showeinlage. Ball-Akrobat und Guiness-Rekordhalter Alfred Reindl macht den Nackentrick vor und will ihn auch von der „Beckenbauerin des deutschen Fußballs“ sehen. Nackentrick: Das heißt einen hochgeschossenen Ball mit dem Nacken wieder auffangen. Nach ein paar Versuchen klappt es auch bei Prinz, die zuvor bekannt hat, dass sie sowas eigentlich gar nicht kann.
Was macht sie eigentlich, wenn sie nicht gerade Fußball spielt? „Nur Fußballspielen ist mir zu langweilig“, unterstreicht sie. Schon als Kind habe sie es mit mehreren Sportarten wie Schwimmen und Trampolinspringen versucht: „Irgendwann konnte ich es nicht mehr nebenher machen.“ Sie lebt jetzt vom Fußballspielen, hat aber nebenbei auch immer an einer beruflichen Perspektive für die Zeit nach der Sport-Karriere gearbeitet. In ihrem Psychologie-Studium steht sie kurz vor dem Abschluss. Ein wenig ärgerlich wird sie, als Moderator Frank Mühlenbrock sie nach dem Karriereende fragt: „Michael Ballack kriegt die Frage nicht gestellt.“ Mühlenbrock versichert, dass er den das auch gefragt hätte. Prinz guckt ungläubig. Die Antwort bleibt sie gleichwohl nicht schuldig: noch die WM 2011 im eigenen Land spielen und dann wolle sie ihre Fußball-Karriere „ausklingen lassen“. Im Hinblick auf die WM 2011 stapelt sie tief, sieht den dritten Titel noch längst nicht in der Tasche: „Es dreimal zu schaffen, wäre natürlich der Wahnsinn“, sagt sie. Aber das Niveau sei mittlerweile in vielen Ländern sehr hoch. „Und so ein Spiel kann auch schnell mal verloren gehen.“
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Landesweit spitze |
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Mächtig stolz ist Landrat Konrad Püning auf die Sportbegeisterung im Kreis:
76 000 Menschen sind in Sportvereinen engagiert, berichtet er bei der Sportmedienpreis-Gala. Und fast 10 000 hätten in diesem Jahr das Sportabzeichen erworben. „Und nächstes Jahr wird diese Hürde genommen“, strahlt er Zuversicht aus. Zweimal war der Kreis Coesfeld jetzt schon Nummer eins beim Sportabzeichen-Wettbewerb auf Landesebene. Vor allem auch Dank des großen Engagements in den Schulen, wie Klaus Becker, Sportabzeichen-Beauftragter des Kreissportbunds, unterstreicht. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Wolfgang Rungenhagen, Stargast Birgit Prinz und Vertretern der Sparkasse Westmünsterland als Sponsor der Sportabzeichen-Aktion ehrt er zwei heimische Schulen, die beim letzten Mal landesweit spitze waren: das Gymnasium Nepomucenum und die Maria-Frieden-Grundschule (beide Coesfeld). „Es lohnt sich, sich einzusetzen, sich auch manchmal zu quälen“, freut sich Maria-Frieden-Leiter Benedikt Wachsmann über die Auszeichnung.
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